Zitronen – Verwendung, Lagerung, Nährwerte & Wissenswertes

Zitronen

Steckbrief

Lateinischer Name: Citrus × limon
Familie: Rautengewächse (Rutaceae)
Herkunft: Kulturhybride verschiedener Citrus-Arten; die Entwicklung der heutigen Zitrone wird im asiatischen Raum verortet
Verwendung: Kuchen, Desserts, Getränke, Saucen, Dressings, Fisch, Fleisch, Marinaden, Marmeladen und zum Würzen

Zitronen – sauer, aromatisch und vielseitig

Zitronen gehören zu den vielseitigsten Früchten in der Küche. Schon wenige Tropfen Zitronensaft können einem Gericht mehr Frische verleihen, während fein abgeriebene Zitronenschale Kuchen, Desserts, Pasta, Fisch oder Marinaden ein intensives Zitrusaroma gibt.

Dabei solltest du zwischen Zitronensaft und Zitronenschale unterscheiden. Der Saft liefert vor allem Säure und Frische. In der äußeren gelben Schale sitzen dagegen viele der charakteristischen Aromastoffe. Genau deshalb verwenden wir beispielsweise in unserem Zitronenkuchen sowohl frisch gepressten Saft als auch fein geriebene Schale.

Zitronen wachsen an immergrünen Citrus-Bäumen. Historisch gelangten ihre Vorläufer aus Asien über Handelswege in den Mittelmeerraum. Heute stammen viele Zitronen, die bei uns im Handel angeboten werden, aus Spanien und Italien.

In der Küche ist die Zitrone beinahe ein Allrounder. Sie passt zu süßen Speisen wie Kuchen, Cremes und Sorbets ebenso wie zu Fisch, Geflügel, Gemüse und Salaten. Ein Spritzer Zitronensaft kann außerdem sehr fettreiche oder kräftige Gerichte geschmacklich leichter wirken lassen.

Auch bei der Verarbeitung lohnt sich ein genauer Blick auf die Frucht. Möchtest du ausschließlich den Saft verwenden, spielt die Behandlung der Schale eine geringere Rolle. Soll dagegen Zitronenabrieb in dein Essen, solltest du gezielt Früchte kaufen, deren Schale dafür geeignet ist. Bio-Zitronen sind dafür eine besonders gute Wahl. Trotzdem solltest du auch diese vor der Verwendung gründlich waschen und trockenreiben.

Zitronen sind außerdem eine bekannte Vitamin-C-Quelle. Dabei sollte man sie allerdings nicht zum vermeintlichen Wundermittel erklären. Eine ausgewogene Ernährung besteht aus vielen verschiedenen Lebensmitteln – die Zitrone kann dazu einen aromatischen und nährstoffreichen Beitrag leisten.

Passende Rezepte mit Zitrone

  • Lemon Curd
  • Zitronensorbet
  • Zitronen-Tiramisu

Passende Rezepte mit Zitronen:

Wann haben Zitronen Saison?

Zitronen bekommst du heute praktisch das ganze Jahr über.

Bei Zitrusfrüchten aus Südeuropa liegt ein besonders großes saisonales Angebot allerdings in der kühleren Jahreshälfte. Das BZfE beschreibt den Winter als Hochsaison vieler südeuropäischer Zitrusfrüchte.

Für RezeptHeft würde ich deshalb schreiben:

Ganzjährig erhältlich
Besonders großes europäisches Angebot: Herbst bis Frühjahr

Wenn möglich, lohnt sich ein Blick auf das Herkunftsland. Zitronen aus Spanien oder Italien haben auf dem Weg nach Österreich deutlich kürzere Transportwege als Früchte aus Übersee. Auch das BZfE empfiehlt bei Südfrüchten, auf europäische Herkunft zu achten.

Zitronen richtig einkaufen:

Eine gute Zitrone sollte sich:

  • fest und prall anfühlen,
  • für ihre Größe relativ schwer anfühlen,
  • eine intakte Schale besitzen,
  • keine weichen oder schimmeligen Stellen zeigen,
  • frisch und aromatisch riechen.

Ein höheres Gewicht kann ein Hinweis auf einen guten Saftgehalt sein.

Schrumpelige, sehr weiche oder lose wirkende Schalen können dagegen auf längere oder ungünstige Lagerung hindeuten.

Muss eine reife Zitrone immer leuchtend gelb sein?

Nicht unbedingt.

Zitrusfrüchte können trotz leichter grüner Stellen reif sein. Die endgültige Schalenfarbe hängt unter anderem von den Temperaturunterschieden während des Wachstums ab.

Beim Einkauf würde ich deshalb stärker auf Festigkeit, Gewicht und Zustand der Frucht achten als auf ein vollkommen gleichmäßiges Gelb.

Bio-Zitrone oder normale Zitrone?

Wenn du lediglich den Saft brauchst, kannst du grundsätzlich auch konventionelle Zitronen verwenden.

Möchtest du dagegen die Schale abreiben und mitessen, würde ich Bio-Zitronen bevorzugen.

Konventionelle Zitrusfrüchte dürfen nach der Ernte unter bestimmten Bedingungen mit Wachsen und Konservierungsmitteln behandelt werden. Entsprechende Hinweise müssen auf der Ware angegeben werden. Auch Bio-Zitronen solltest du vor dem Abreiben gründlich waschen und trockenreiben.

Wichtig

Der Hinweis „nach der Ernte unbehandelt“ bedeutet nicht automatisch, dass eine Zitrone während des Anbaus keinerlei Pflanzenschutzmittel ausgesetzt war.

Deshalb ist Bio für die Verwendung der Schale für mich die unkomplizierteste Empfehlung.

Zitronen richtig lagern

Zitronen mögen es kühl, trocken und luftig, aber nicht unbedingt kühlschrankkalt.

Das BZfE empfiehlt für Zitronen ungefähr 10–15 °C. Unter geeigneten Bedingungen können Zitrusfrüchte mehrere Wochen lagerfähig bleiben.

Ideal ist beispielsweise:

  • ein kühler Vorratsraum,
  • ein Keller mit geeigneten Temperaturen,
  • eine kühle Speisekammer.

Zitronen nicht dicht stapeln

Lagere Zitronen möglichst luftig und kontrolliere sie regelmäßig.

Zitrusfrüchte können relativ schnell schimmeln. Entdeckst du eine angeschimmelte Frucht, solltest du sie aussortieren, damit sich der Schimmel nicht auf danebenliegende Früchte ausbreitet.

Angeschnittene Zitronen lagern:

Eine bereits angeschnittene Zitrone solltest du im Kühlschrank aufbewahren und relativ schnell verbrauchen.

Am besten:

  • Schnittfläche abdecken,
  • in eine saubere Dose geben,
  • innerhalb weniger Tage verwenden.

Noch einfacher ist es, übrig gebliebenen Zitronensaft direkt weiterzuverarbeiten.

Kann man Zitronen einfrieren?

Ja – besonders Zitronensaft lässt sich hervorragend einfrieren.

Praktisch ist die Eiswürfelmethode:

  1. Zitronen auspressen.
  2. Saft in einen Eiswürfelbehälter füllen.
  3. Einfrieren.
  4. Gefrorene Würfel anschließend in einen Gefrierbehälter umfüllen.

So hast du später kleine Portionen für:

  • Saucen,
  • Dressings,
  • Getränke,
  • Fischgerichte,
  • Desserts.

Auch Zitronenabrieb kannst du portionsweise einfrieren.

Das ist eine hervorragende Möglichkeit, eine bereits abgeriebene oder angeschnittene Zitrone vollständig zu verwerten.

Zitronen richtig vorbereiten:

Bevor du Zitronen verwendest:

1. Waschen
Auch Bio-Zitronen gründlich unter Wasser reinigen.

2. Trockenreiben
Besonders wichtig, wenn du die Schale verwenden möchtest.

3. Schale fein abreiben
Nur die äußere gelbe Schicht verwenden.

4. Zitrone halbieren
Anschließend auspressen.

Warum soll man nur die gelbe Zitronenschale abreiben?

Direkt unter der gelben äußeren Schale befindet sich die weiße Schicht, auch Albedo genannt.

Sie schmeckt deutlich bitterer als die äußere Schale.

Beim Reiben solltest du deshalb:

Zitrone drehen → gelbe Schale abreiben → aufhören, sobald Weiß sichtbar wird.

Zitronen Zesten

Zitronen in der Küche verwenden:

Die Zitrone funktioniert sowohl in süßen als auch in herzhaften Gerichten.

Backen & Desserts

  • Zitronenkuchen
  • Zitronentarte
  • Cheesecake
  • Sorbet
  • Cremes
  • Kekse
  • Glasuren

Salate & Dressings

Zitronensaft kann Essig teilweise oder vollständig ersetzen und bringt eine frische Säure ins Dressing.

Fisch & Meeresfrüchte

Zitrone passt hervorragend zu:

  • gebratenem Fisch,
  • gegrilltem Fisch,
  • Garnelen,
  • Lachs,
  • Fischsaucen.

Fleisch & Geflügel

Besonders gut passt sie zu:

  • Huhn,
  • Pute,
  • Kalb,
  • Marinaden.

Saucen

Einige Tropfen Zitronensaft am Schluss können eine Sauce geschmacklich deutlich verändern.

Pasta

Zitronensaft und Zitronenschale funktionieren hervorragend mit:

  • Olivenöl,
  • Parmesan,
  • Knoblauch,
  • Kräutern,
  • Schlagobers.

Nährwerte von Zitronen:

Durchschnittliche Nährwerte pro 100 g essbaren Anteil

NährwertMenge
Energieca. 40 kcal
Eiweißca. 0,7 g
Kohlenhydrateca. 3,2 g
Fettca. 0,4 g
Ballaststoffeca. 1,3 g
Vitamin Cca. 51 mg
Kaliumca. 204 mg
Calciumca. 32 mg
Magnesiumca. 9 mg

außerdem rund 4,7 g Zitronensäure je 100 g.

Die Angaben können je nach Sorte, Reifegrad und ausgewertetem Fruchtanteil etwas schwanken.

Zitronen und Gesundheit:

Zitronen liefern vor allem Vitamin C und verschiedene pflanzliche Inhaltsstoffe. Der Bundeslebensmittelschlüssel gibt rund 51 mg Vitamin C pro 100 g an. Zitronen sind eine Vitamin-C-Quelle und bringen mit wenig Energie viel Aroma und Säure in Speisen und Getränke.

Ist heiße Zitrone besonders gesund?

Vitamin C ist hitzeempfindlich. Je stärker beziehungsweise länger Zitronensaft erhitzt wird, desto mehr Vitamin C kann verloren gehen. Wir empfehlen deshalb bei heißer Zitrone, das Getränk nicht unnötig heiß zuzubereiten.

Wenn es dir hauptsächlich um Geschmack geht, kannst du Zitrone natürlich trotzdem für heiße Gerichte und Getränke verwenden.

Zitrone oder Limette – was ist der Unterschied?

Beide Früchte gehören zur Gattung Citrus, schmecken aber unterschiedlich.

Zitrone

  • größer
  • reif meist gelb
  • deutlich säuerlich
  • sehr vielseitig beim Backen
  • rund 51 mg Vitamin C pro 100 g

Limette

  • kleiner
  • reif meist grün
  • häufig aromatisch-würziger
  • besonders beliebt für Cocktails und asiatische beziehungsweise lateinamerikanische Gerichte

Qualität erkennen:

Eine gute Zitrone erkennst du an:

  • fester, praller Frucht
  • relativ hohem Gewicht
  • frischem Zitrusduft
  • unbeschädigter Schale
  • fehlenden weichen Stellen
  • keinem sichtbaren Schimmel

Nicht automatisch problematisch sind:

  • leichte grüne Stellen
  • kleine natürliche Schalenfehler

Eher liegen lassen würde ich Zitronen mit:

  • stark schrumpeliger Schale
  • weichen Stellen
  • Schimmel
  • unangenehmem Geruch

RezeptHeft-Tipp

Rolle die Zitrone vor dem Auspressen einige Male mit leichtem Druck über die Arbeitsfläche.

Dadurch lassen sich die Saftkammern im Inneren etwas leichter aufbrechen und die Frucht lässt sich anschließend meist besser auspressen.

Und wenn du ohnehin die Schale brauchst:

Immer zuerst abreiben und erst danach auspressen.

Eine bereits ausgepresste Zitronenhälfte lässt sich nämlich ausgesprochen schlecht reiben. 😄

RezeptHeft-FunFact

Wusstest du?

Die heutige Zitrone ist botanisch betrachtet tatsächlich ein Hybrid.

Kew führt Citrus × limon als Kulturhybride und nennt als genetische Ausgangslinie unter anderem Pomelo, Zitronatzitrone und Mandarine.

Die Zitrone, die heute vollkommen selbstverständlich in unserer Küche liegt, ist also das Ergebnis einer sehr langen Geschichte verschiedener Citrus-Formen.

RezeptHeft-Wissen: Warum schmeckt Zitrone sauer?

Für den charakteristisch sauren Geschmack ist vor allem die Zitronensäure verantwortlich.

Wegen der Zitronensäure! Eine Zitrone weist für rohe Zitrone ungefähr 4,7 g Zitronensäure pro 100 g aus.

Unser Geschmackssystem nimmt diese Säure sehr deutlich wahr.

Genau das macht Zitrone kulinarisch so interessant: Säure kann Süße ausgleichen, fettreiche Gerichte frischer wirken lassen und andere Aromen stärker hervorheben.

Deshalb braucht es in vielen Rezepten gar nicht viel Zitronensaft – manchmal verändern bereits wenige Tropfen das gesamte Gericht.

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