Das Österreichische RezeptHeft

Kräuter und Gewürze

Schnittlauch

Schnittlauch (Allium schoenoprasum)

Schnittlauch die auch Gras- oder Binsenlauch genannte Pflanze gehört zur Gattung Lauch innerhalb der Familie der Amaryllisgewächse und ist eines der bekanntesten und meistverwendeten Küchenkräuter. Der Schnittlauch ist in Eurasien und Nordamerika besonders in Gebirgslagen beheimatet.

Anbau und Ernte

  • Bezüglich des Standortes ist Schnittlauch nicht sonderlich anspruchsvoll. Er mag zwar lieber sonnig bis halbschattige Standorte, aber gedeiht auch im Schatten häufig sehr gut.
  • Der optimale Boden für Schnittlauch ist locker und durchlässig, im Idealfall sehr nährstoffreich. Optimal ist eine ausgewogene Mischung aus Humus und Sand, wobei der Humus überwiegen sollte.
  • Bei der Aussaat benötigt man etwas Geduld, denn Schnittlauch keimt nicht sehr zuverlässig und seine Keimdauer ist relativ lang.
  • Außerdem ist zu beachten, dass Schnittlauch ein Kaltkeimer ist, das heißt, er braucht Temperaturen unter 18°C, um zum Keimen angeregt zu werden. Daher ist es dem Schnittlauch im Zimmer oft zu warm. Zu beachten ist, dass die Samen nur ein Jahr keimfähig sind.

Anwendung

Schnittlauch wird heute in vielen heimischen Küchen verwendet. (frisch oder tiefgefroren) seine geschnittenen Blätter werden gerne zum garnieren div. Speisen verwendet (z.B. Rindsuppe). Er enthält Vitamin C und Ätherische Öle

Für den Körper

  • Die Naturheilkund betont seine blutreinigende, harntreibende und schleimlösende Wirkung.
  • Sie setzt ihn gegen Bluthochdruck, Frühjahrsmüdigkeit, Appetitlosigkeit, Darmentzündung und Gicht ein.
Schnittlauch




Kräuter und Gewürze

Oregano (Origanum vulgare)

Oregano (Origanum vulgare)

Oregano, Die auch als Wilder Majoran oder echter Dost genannte Gewürz- und Heilpflanze aus der Familie der Lippenblütler ist weltweit bekannt. Ihre Heimat ist ursprünglich die Bergwelt des Mittelmeerraums, doch wird die Pflanze heutzutage weltweit in gemäßigten und warmen Klimazonen auf kalkhaltigen Böden angebaut. Das beliebte Gewürzkraut hat eine leicht pfeffrig schmeckende Würze und ist aus der mediterranen Küche nicht mehr wegzudenken. z.B. Lasagne, Bolognese Sauce, usw..

Anbau und Ernte

  • Braucht trockenen, gut entwässerten Boden und sonnigen Standort.
  • Vermehrung durch Samen (im Frühling bei 10-13°C), Stecklinge (im Sommer) oder Teilung (im Herbst oder Frühjahr).
  • Oberirdische Teile im Spätsommer ernten und gebündelt trocknen lassen.

Anwendung

Oregano wird als Gewürz in Mitteleuropa erst im 17. Jahrhundert erwähnt, ist aber in der Tex-Mex-Küche (Texas-Mexico) ein wichtiger Bestandteil von Chili con Carne. In der Heilkunde werden Teemischungen mit Oregano gegen Magen- und Darmbeschwerden, aller Art, Darmparasiten sowie Krankheiten der oberen Atemwege eingesetzt. Die Einnahme von Öl aus Oregano gilt als effektiv gegen resistente Bakterien und hartnäckige Pilzinfektionen. Kann jedoch äußerlich angewendet bei empfindlichen Menschen die Haut reizen.

Für Geist und Seele

  • Zur Stimulierung des Hals- und Erlangung emotionaler Kraft, 2 Tropfen Ölauszug mit im Uhrzeigersinn kreisenden Bewegungen in die Halshaut einmassieren, dann einige Sekunden auf den Punkt inder Mitte des Massagekreises klopfen.

Für den Körper

  • Bei Halsentzündung alle 2 Stunden 4-6 x täglich entweder mit einer Tasse dreifach starken Aufguss oder mit 4 Tropfen Ölauszug auf eine Tasse Wasser gurgeln und dann schlucken. (Rezept siehe unten)
  • Bei Nagelpilz (Candida) und Entzündung der Nägel und umgebender Haut einige Tropfen Ölauszug auf die betroffene Stelle auftragen bis der Pilz beseitigt ist.
Oregano (Origanum vulgare)




Rezept für dreifach starker Aufguss:

3 TL getrocknete oder 6 TL frische Blätter auf eine Tasse mit kochend heißes Wasser übergießen und für 10 Minuten ziehen lassen. Durch ein feines Sieb abseihen und innerhalb von 24 Stunden heiß oder kalt trinken.

Rezept für dreifach starker Ölauszug:

Um ei Öl für Massagen herzustellen, gibt man die Blätter und/oder die Blüten frischer Kräuter in ein verschließbares Glasgefäß und füllt es mit Olivenöl auf. Danach lässt man das Glas 2-3 Wochen auf einem sonnigen Fensterbrett stehen und rührt es einmal täglich durch. Nach den ca. 3Wochen filtert man das Öl durch ein Mull Tuch und füllt es in dunkle Glasflaschen, in denen es für 6-12 Monate haltbar ist ab. Für einen stärkeren Auszug verwendet man das abgegossene Öl und setzt es erneut mit frischen Kräutern an.

Kräuter und Gewürze

Zimt (Cinnamomum verum)

Zimt (Cinnamomum verum)

Zimt ist ein beliebtes Gewürz und Heilmittel aus der getrockneten Rinde der Zimtbäume, ursprünglich des Echten oder Ceylon-Zimtbaums aus der Familie der Lorbeergewächse. Er kommt von der Insel Sri Lanka, wird aber heutzutage u.a. auf den Karibischen Inseln angebaut.

Der immergrüne Baum kann bis zu 18 m hoch werden, wird aber meist gestutzt um möglichst viele Äste auszutreiben.

Der aromatisch riechende Rindenbast wird 2-3 mal im Jahr geerntet. Die Laubblätter sind gestielt und eiförmig bzw. lanzettartig. Der rispenartige Blütenstand wird bis zu 12 cm. lang, die gelben Blüten sind sehr klein. Die eiförmige Steinfrucht ist bläulichschwarz.

Anbau und Ernte

  • Anspruchslos, doch frostempfindlich, braucht Sonne oder Halbschatten. Die Samen in warmer Umgebung in feuchte, fruchtbare Erde setzen.
  • 3-jährige Pflanzen in Bodenhöhe kappen, um neuen Austrieb von vielen Schösslingen anzuregen.

Anwendung

In der Küche werden Zimtstangen auch hierzulande vor allem für Süßspeisen (z.B. Zimtsterne) und Gebäck verwendet. Gemahlener Zimt ist ein schmackhafter Bestandteil von Gewürzmischungen. Die Heilkunde nutzt die Zimtrinde und das aus ihr gewonnene Öl, weil es Appetit und Verdauung sowie die Speichel- und Magensaftbildung anregt.

Zimtteemischungen werden bei verschiedenen Magen-Darm- Beschwerden angewendet und das preiswertere l der Blätter ist Bestandteil von Zahnpasten und Mundwassern.

Für Geist und Seele

  • Ein Raumspray mit Zimt regt die geistige Vitalität an.
  • Raumspray: 3Tropfen ätherisches Zimtöl mit 25 ml. Wasser in einen Zerstäuber mischen.
  • Zur Stärkung des Gedächtnisses mischt man 2x täglich 1/4 TL Zimtpulver unter sein heißes Lieblingsgetränkt.

Für den Körper

  • Als Mittel gegen Akne 1 TL Honig mit einen TL Zimtpulver mischen, auf den Pickel auftragen und über Nacht einwirken lassen.
  • Zur Blutzuckerstabilisierung dem Essen 2x täglich 1/4 TL Zimtpulver beimengen.
Zimtstangen und Zimtbaum
Folge mir auch auf:




Kräuter und Gewürze

Gewürznelken (Syzygium aromaticum)

Gewürznelken oder Nelken (Syzygium aromaticum)

Der Gewürznelkenbaum ist eine tropische Gewürz- und Heilpflanze. Er gehört zur Pflanzenfamilie der Myrtengewächse (Myrtaceae). Die als scharf-würzig schmeckend bekannten Nelken sind die unreifen Blütenknospen dieses Baumes.

Die Gewürznelken sind ein sehr vielseitig einsetzbares Gewürz und werden zudem als Heilmittel verwendet. Sie sind aus keiner Küche wegzudenken und wer sie noch nicht kennt, sollte Gewürznelken einfach einmal ausprobieren. Es lohnt sich auf jeden Fall. Sie verleihen Gerichten einen feinen Geschmack und sind zudem förderlich für die Gesundheit.

Die Gewürznelken sind die getrockneten, noch geschlossenen Blütenknospen des Gewürznelken-Baums. Dies ist ein immergrüner Baum, der eine Höhe von bis zu zwanzig Metern erreichen kann.

Wie schmecken Gewürz-Nelken?

Die Gewürznelken riechen sehr aromatisch und würzig. Sie entwickeln einen sehr intensiven Geschmack mit einer holzigen Note. Der Nelken Geschmack reicht von scharf bis brennend. Die Gewürznelken enthalten viel ätherische Öle. 15 % ätherische Öle bestimmen den Geschmack und den Geruch der Gewürznelken. 70 – 85 % der ätherischen Öle macht das Eugenol aus, das auch in Zimt vorkommt. 15 % Eugenolacetat und 5 – 12% das ß-Caryophyllen. 2 % Oleanolsäure sind ebenfalls in den Gewürznelken enthalten.

Gewürznelken




Kräuter und Gewürze

Liebstöckel (Levisticum officinale)

Liebstöckel (Levisticum officinale)

Sein kräftig-würziges Aroma erinnert an die berühmte Maggi Würzsauce. Deshalb ist Liebstöckel auch unter dem Namen Maggikraut bekannt. Liebstöckel ist eines der beliebtesten Gewürze der europäischen Küche. Es verfeinert vor allem Fleischgerichte, Suppen und Eintöpfe. Auch roh kann man das Küchenkraut mit seinem unvergleichlichen Aroma Würze in Salate und Pestos bringen.

Wie sieht Liebstöckel aus und wie riecht er?

Die Herkunft von Liebstöckel wird aus Vorderasien vermutet. Heute findet man die Pflanze vor allem in vielen Gärten. Ihre dunkelgrünen Blätter sind stark gezackt und eingeschnitten. Auf den ersten Blick erinnert Liebstöckel an glatte Petersilie bzw. an Koriander. Wenn man die Blätter zwischen den Fingern zerreibt, riechen sie lecker nach Sellerie.

Wie schmeckt Liebstöckel?

Der Liebstöckel Geschmack ist würzig-süß mit leicht bitteren Noten. Viele müssen bei seinem Aroma auch an die bekannte Maggi-Würze denken. In Frankreich wird Liebstöckel als falscher Sellerie bezeichnet, da er aufgrund seiner ätherischen Öle stark an diesen erinnert.

Ist Maggikraut und Liebstöckel das Gleiche?

Maggikraut und Liebstöckel sind ein und dieselbe Pflanze. Den Namen Maggikraut bekam Liebstöckel, da sein Aroma stark an die berühmte Würzsoße erinnert und dass, obwohl die Soße keinen Liebstöckel enthält.

Gibt es eine Alternative zu Liebstöckel?

Wer gerade keinen Liebstöckel im Haus hat, kann für Suppen Petersilie und Majoran verwenden. Ebenfalls ein Ersatz für Liebstöckel sind die Blätter vom Sellerie, die einfach 1:1 ausgetauscht werden können.

Kann man frischen Liebstöckel haltbar machen?

Wer die frischen Blätter haltbar machen möchte, kann Liebstöckel trocknen oder einfrieren. Dazu sollten die frischen, jungen Blätter vor der Blüte geerntet werden, da sie zu dem Zeitpunkt am meisten Aroma enthalten.

Um Liebstöckel zu trocknen, kann man ihn entweder in den Backofen bei niedrigster Stufe und geöffneter Ofentür geben, in den Dörrofen bei ca. 40 °C oder ihn zum Strauß binden und an der Luft trocknen lassen. Sobald die Blätter rascheln, sind sie fertig und sollten licht- und luftdicht verschlossen werden. So aufbewahrt ist getrockneter Liebstöckel mehrere Monate haltbar.

Liebstöckel einfrieren funktioniert genauso einfach. Dazu die Blätter im ganzen oder kleingehackt portionsweise einfrieren. Liebstöckel kann auch mit den Blättern am Stiel einfroren werden. Liebstöckel hält sich im Gefrierschrank bis zu einem Jahr.

ist Liebstöckel gesund?

Die Samen, Blätter sowie Wurzeln des Liebstöckels sind wegen ihrer Heilwirkung sehr beliebt. Im 16 Jh. wurde er als Aphrodisiakum verwendet, woher sein deutscher Name „Stöckel der Liebe“ stammt. Heute wird Liebstöckel eher aufgrund seiner positiven Wirkung bei Blasenentzündungen und Harnwegsinfekten angewendet. Besonders die Liebstöckelwurzel soll eine harntreibende, krampflösende und antimikrobielle Wirkung haben. Die Blätter sollen hingegen bei Magen-Darm-Beschwerden wie Verstopfungen und Appetitlosigkeit helfen.

Bei empfindlichen Menschen kann Liebstöckel Nebenwirkungen haben, wie z.B. eine Reizung der Niere oder eine erhöhte Lichtempfindlichkeit. Auch Schwangere sollten auf Liebstöckel verzichten, da er durchblutungsfördernd und entkrampfend wirken soll.

Wie kann Liebstöckel verwendet werden?

Die Verwendung von Liebstöckel ist sehr vielfältig. Das kräftige Aroma von Liebstöckel schmeckt besonders gut in Eintöpfen, Suppen, zu Fleisch, Fisch und Gemüse. Ihr könnt Liebstöckel mit oder ohne Stiel verwenden, da sich in den gesamten Pflanzenteilen die ätherischen Öle befinden.

Liebstöckel sollte beim Kochen immer erst am Ende der Garzeit ins Essen gegeben werden, da er durch zu viel Hitze sein Aroma verliert. Aufgrund seines kräftigen Geschmacks sollte das Liebstöckel Gewürz eher sparsam eingesetzt werden – lieber nachwürzen. Ob Ihr Liebstöckel frisch oder getrocknet verwendet, bleibt Euch überlassen, da es geschmacklich kaum einen Unterschied macht.

Kann man Liebstöckel auch roh essen?

Liebstöckel kann man roh essen – sowohl die Blätter als auch die Liebstöckel Stiele. Denn in allen Teilen der Pflanze sind die ätherischen Öle enthalten, die für den typischen Geschmack sorgen. Besonders lecker schmecken die frischen Blätter und klein geschnittenen Stiele über Salat gestreut.




Folge mir auch auf:

Kräuter und Gewürze

Pfeffer (Piper nigrum)

Pfeffer (Piper nigrum)




Warum sind manche Pfeffersorten so teuer?

Pfeffer ist nicht gleich Pfeffer, das fällt spätestens beim Blick auf den Preis auf. Die unterschiedlichen Preise erklären sich durch die Qualität der Körner, sowie nach Aufwand im Anbau und der Ernte. Einige Pfeffersorten wie der Tellicherry werden nämlich noch mit der Hand verlesen. Wie gut die Qualität des Pfeffers ist, verraten Euch Aussehen und Geruch. Kauft daher am besten immer ganze Körner, denn so könnt Ihr erkennen, ob sie eine schöne, satte Farbe haben und wie sie duften, wenn Ihr sie frisch mahlt.
Und welcher Pfeffer ist der teuerste? Der Andaliman Pfeffer aus Sumatra ist einer der teuersten Pfeffer der Welt. Denn die Pflanzen lassen sich nicht kultivieren, wodurch er nur vereinzelt wächst und die Ernte sehr mühselig ist.

Warum ist Pfeffer gesund?

Dass Pfeffer nicht nur für eine angenehme Schärfe im Essen sorgt, sondern auch gesund ist, liegt u.a. am Piperingehalt. Dieser Stoff regt den Speichelfluss an und erzeugt über das Schmerzempfinden Wärme im Körper. Daher kann Schwarzer Pfeffer auch beim Abnehmen helfen. Denn durch die verbesserte Durchblutung kommt der Darm in Schwung, weshalb die Nahrung besser verwertet werden kann. Zudem wird Pfeffer eine Heilwirkung nachgesagt. Bei Halsschmerzen soll man drei Pfefferkörner kauen. Die Inhaltsstoffe Piperin sowie Caryophyllene im Pfeffer wirken antibakteriell und entzündungshemmend im Rachen. Übrigens: Pfeffer macht auch glücklich. Durch die Schärfe reagiert der Körper mit der Produktion von Endorphinen, um die Hitze bzw. den Schmerz im Körper zu unterdrücken. Doch wieviel Pfeffer ist gesund? Die empfohlene Tagesdosis liegt bei etwa 10 – 20 Milligramm Piperin. Denn zu viel Pfeffer kann auch ungesund sein.

Was gibt es für Pfeffersorten?

Die verschiedenen Pfeffersorten – schwarzer, roter, grüner und weißer Pfeffer – stammen alle von derselben Pflanze. Die unterschiedlichen Farben und Schärfegrade kommen von den verschiedenen Erntezeitpunkten und Verarbeitungsmethoden. Schwarzer Pfeffer: Die noch grünen Früchte werden unreif geerntet und an der Sonne getrocknet. Nach dem Pflücken beginnen sie sofort zu fermentieren und bekommen dadurch ihre dunkle Farbe. Durch das Trocknen wird die Oberfläche leicht runzelig. Geschmack: Schmeckt feurig scharf und hat ein intensives, pfeffriges Aroma. Verwendung: Ideal für alle Gemüse-, Fleisch- und Fischgerichte Grüner Pfeffer: Wie bei schwarzem Pfeffer werden die Früchte grün und unreif gepflückt. Damit sie ihre grüne Farbe behalten und nicht fermentieren, werden sie sofort nach der Ernte in Salzlake eingelegt oder gefriergetrocknet. Geschmack: Ist weniger scharf als schwarzer Pfeffer und schmeckt herrlich frisch. Verwendung: Prima für Soßen, gegrilltes Fleisch oder raffinierte Desserts. Weißer Pfeffer: Erst wenn die Früchte leuchtend rot und voll ausgereift sind, wird geerntet. Danach werden die Beeren 2 Wochen in Wasser eingeweicht, bis sich die rote Hülle vom Samenkern löst. Beim Trocknen in der Sonne bekommen die Pfefferkörner ihre schöne, helle Farbe. Geschmack: Ist die Schärfste aller Pfeffersorten, deshalb vorsichtig dosieren. Verwendung: Wegen der hellen Farbe ist er perfekt für helle Soßen, Suppen, Fisch und Geflügel.

Roter Pfeffer: Die Früchte werden bei voller Reife gepflückt. Zu diesem Zeitpunkt haben die roten Beeren den höchsten Zuckergehalt und das meiste Aroma. Direkt nach der Ernte werden sie in Salzlake eingelegt oder gefriergetrocknet. Geschmack: Schmeckt wunderbar aromatisch mit einer exotisch süßen Note. Verwendung: Ideal zum Verfeinern von Steaks und gegrilltem Fisch.

Welcher Pfeffer ist der Schärfste?

Um diese Frage zu klären, muss erst eine andere beantwortet werden, nämlich die: Warum ist Pfeffer scharf? Das liegt an dem Inhaltsstoff Piperin. Er erzeugt Hitze auf der Zunge und im Körper. Doch wie scharf Pfeffer ist, ist nicht so eindeutig klassifiziert wie bei Chilis. Denn bei Paprikapflanzen wird die Schärfe anhand der Scoville-Skala angezeigt, in der der Capsaicin Anteil in den getrockneten Früchten gemessen wird. Da beim Pfeffer der Anteil des ätherischen Öls bzw. Piperins ausschlaggebend für die Schärfe ist, hat Pfeffer auch keine Scoville Klassifizierungen länger Pfeffer am Strauch hängt, desto schärfer ist er. Daher ist Grüner Pfeffer milder als der Schwarze Pfeffer. Der Weiße Pfeffer gilt als die schärfste Pfeffersorte. Das liegt daran, dass bei ihm die Fruchtschale entfernt wurde, wodurch ihm das leicht fruchtige Aroma fehlt. Langpfeffer ist übrigens die schärfste Pfefferart. Er hat zudem ein leicht süß-schokoladiges Aroma.


Was ist Rosa Pfeffer?

Rosa Pfeffer sieht aus wie Pfeffer, ist aber keiner und schmeckt auch nicht scharf. Geschmacklich erinnern die getrockneten roten Früchte des Brasilianischen Pfefferbaums an Wacholderbeeren. Ideal zum Würzen von Fisch, Geflügel, Wild oder auch zum Verfeinern von Schokoladendesserts.

Was ist fermentierter Pfeffer?

Fermentierter Pfeffer ist Pfeffer, der direkt nach der Ernte mit Meersalz fermentiert wurde. Durch einen aufwendigen Trocknungsprozess wird dem Pfeffer Feuchtigkeit entzogen und was übrig bleibt, sind die ätherischen Öle, die für einen besonders intensiven Geschmack und eine knackige Konsistenz sorgen. Der fermentierte Kampot Pfeffer gilt als einer der besten Pfeffersorten der Welt.

Warum ist Cayennepfeffer kein Pfeffer?

Obwohl das Wort Pfeffer enthalten ist, ist Cayennepfeffer kein Pfeffer, da es sich bei dem Gewürz um feingemahlene Chilischoten handelt. Wer sein Essen also noch einen Tick schärfer mag, kann statt Pfeffer einfach Cayennepfeffer verwenden.

Beliebte Pfeffersorten:

Szechuan Pfeffer: Das Zitrus-Aroma wird mit einem scharf-prickelnden Geschmack abgerundet
Kampot Pfeffer: Seine zarte Eukalyptusnote ist gepaart mit einer angenehmen Pfefferschärfe
Langer Pfeffer: Schmeckt süß-schokoladig und ist schärfer als Schwarzer Pfeffer
Zitronenpfeffer: Eine feinabgeschmeckte Pfeffermischung mit einer frischen Zitrus-Note
Tasmanischer Pfeffer: Schmeckt leicht süßlich mit einer beißenden prickelnden Schärfe
Tellicherry Pfeffer: Schmeckt harzig und leicht nussig mit einer kräftigen Schärfe
Kubebenpfeffer: Der Geschmack erinnert an Eukalyptus, der gepaart ist mit einer pfeffrig-herben Noten
Malabar Pfeffer: Eine scharfe, aber auch sehr aromatische Pfeffersorte
Cayennepfeffer: Die feingemahlen Chilis sind eines der schärfsten Gewürze der Welt

Wie wird Pfeffer verwendet?

Frisch aus der Mühle oder dem Mörser schmecken die Pfefferkörner am aromatischsten. Wenn der gemahlene Pfeffer Steak, Fisch, Soßen und Co. sein scharfes Aroma verleihen soll, gebt ihn am besten erst nach dem Garvorgang zum Essen. Pfeffer wird bei zu hohen Temperaturen bitter und verbrennt im schlimmsten Fall. Ganze Pfefferkörner können hingegen beim gesamten Garvorgang im Essen bleiben. Falls Ihr sie im Anschluss nicht mitessen möchtet, füllt sie in einen Teebeutel oder Gewürzsack, so lassen sie sich schneller wieder entfernen.

Was neutralisiert Pfeffer?

Wer aus Versehen zuviel Pfeffer ins Gericht gegeben hat, muss nicht direkt in Panik geraten. Denn es gibt einige Tricks, mit denen Ihr Pfeffer neutralisieren könnt. Das Beste, was Ihr bei zu viel Pfeffer im Essen tun könnt, ist das Gericht mit Brühe oder Milchprodukten zu strecken. Wenn Ihr z.B. zuviel Pfeffer in der Cremesuppe habt, könnt Ihr noch etwas Sahne, Butter oder Milch hinzugeben. Habt Ihr eine klare Suppe gekocht, könnt Ihr sie mit Fonds aufgießen, einen Schuss Weißweinessig hineingeben oder eine Kartoffel mitkochen – das hilft übrigens auch bei zu viel Salz. Das Gleiche gilt auch für Soßen, die zu pfeffrig geworden sind. Wenn Ihr auf Nummer sichergehen möchtet, reicht Ihr zum Essen noch eine Scheibe Brot, denn die beruhigt die Geschmacksknospen.

Alternative zu Pfeffer

Wer seinem Essen Schärfe hinzufügen möchte, kann statt Pfeffer Chilis oder Cayennepfeffer verwenden. Und statt dem Standard echtem Pfeffer in grün, schwarz, weiß und rot, können auch Alternativen wie Tasmanischer Pfeffer, Malabar Pfeffer oder Timut Pfeffer genommen werden. Sie sorgen zudem mit Aromen von Eukalyptus, Zitronen oder Nüssen für ein besonderes Geschmackserlebnis