Wiener Apfelstrudel

Wiener Apfelstrudel

Portionen: 8 Gesamtzeit: 2 Stunden 30 Min. Schwierigkeit: Mittelschwer N nussfrei V Vegetarisch
Kalorien: 450 kcal Eiweiß: 6g Fette: 15g Ballaststoffe: 6g

Wiener Apfelstrudel – klassisch & saftig

Ein Wiener Apfelstrudel gehört zu den berühmtesten Mehlspeisen Österreichs. Hauchdünner Strudelteig umschließt dabei eine saftige Füllung aus Äpfeln, Zimt, Rosinen und goldbraun gerösteten Butterbröseln. Anschließend kommt der Strudel ins Backrohr, bis seine Oberfläche knusprig und goldbraun ist.

Besonders wichtig sind zunächst die richtigen Äpfel. Säuerliche, aromatische Sorten bilden einen schönen Gegensatz zu Zucker und Rosinen. Deshalb eignen sich beispielsweise Elstar, Boskoop oder Kronprinz Rudolf besonders gut. Auch die Wiener Rezepttradition nennt Elstar beziehungsweise Kronprinz Rudolf als passende Sorten.

Damit die Füllung nicht zu feucht wird, geben wir außerdem geröstete Semmelbrösel unter die Äpfel. Sie nehmen einen Teil des austretenden Saftes auf und sorgen gleichzeitig für ein angenehm buttriges Aroma.

Der eigentliche Star ist jedoch der gezogene Strudelteig. Dafür wird ein einfacher Teig aus Mehl, Wasser, Öl und Salz kräftig geknetet und anschließend ausreichend lange ruhen gelassen. Danach rollst du ihn zunächst aus und ziehst ihn schließlich vorsichtig mit den Handrücken immer dünner.

Dabei darfst du ruhig etwas Geduld haben. Traditioneller Strudelteig soll so dünn werden, dass er beinahe durchsichtig ist – die Wiener Anleitung beschreibt ihn sogar als so dünn, dass man darunter eine Zeitung lesen könnte.

Die Äpfel schneiden wir möglichst dünn und vermischen sie erst kurz vor dem Einrollen mit Zucker, Zimt, Zitronensaft und Rosinen. Dadurch tritt weniger Flüssigkeit aus, bevor der Strudel überhaupt im Backrohr ist.

Nach dem Backen braucht der Apfelstrudel noch einige Minuten Ruhezeit. Anschließend kommt reichlich Staubzucker darüber. Lauwarm schmeckt er besonders gut – entweder pur oder klassisch mit Vanillesauce oder Schlagobers.

Und spätestens wenn beim Anschneiden die knusprige Teighülle bricht und die warme Apfel-Zimt-Füllung zum Vorschein kommt, weiß man wieder, warum der Apfelstrudel zu Recht ein österreichischer Klassiker ist.

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Wiener Apfelstrudel

Zubereitungszeit 35 Min. Garzeit 40 Min. Ruhezeit 75 Min. Gesamtzeit 2 Stunden 30 Min.
Schwierigkeit: Mittelschwer Portionen: 8 Kalorien: 450 kcal Beste Saison: September, Oktober, November, Ganzjährig geeignet

Zutaten für 8 Portionen

Cooking Mode Disabled

Für den Strudelteig

Für die Apfelfüllung

Für die Butterbrösel

Außerdem

Zubereitung

  1. Strudelteig vorbereiten

    Gib 250 g Mehl und eine Prise Salz in eine große Schüssel.

    Füge anschließend 125 ml lauwarmes Wasser und 1 EL Öl hinzu.

  2. Teig kneten

    Verknete die Zutaten etwa 8–10 Minuten zu einem glatten, elastischen Teig.

    Der Teig sollte weich und geschmeidig sein, aber nicht stark kleben.

  3. Strudelteig ruhen lassen

    Forme den Teig zu einer Kugel und bestreiche ihn dünn mit Öl.

    Decke ihn ab und lass ihn mindestens 60 Minuten bei Zimmertemperatur ruhen.

    Durch die Ruhezeit lässt sich der Teig später wesentlich leichter ausziehen.
  4. Rosinen vorbereiten

    Gib 60 g Rosinen in eine kleine Schüssel.

    Beträufle sie nach Wunsch mit 2 EL Rum und lass sie während der Teigruhe ziehen..

    Ohne Alkohol kannst du einfach etwas Apfelsaft verwenden oder die Rosinen trocken lassen
  5. Butterbrösel rösten

    Schmelze 40 g Butter in einer Pfanne.

    Gib die Semmelbrösel dazu und röste sie bei mittlerer Hitze unter regelmäßigem Rühren 3–5 Minuten goldbraun.

    Nimm die Pfanne anschließend vom Herd und lass die Brösel etwas abkühlen.

  6. Äpfel vorbereiten

    Schäle die Äpfel und entferne die Kerngehäuse.

    Schneide sie anschließend in sehr dünne Scheiben, kleine Würfel oder kleine Blättchen.

  7. Äpfel mit Zitrone vermischen

    Beträufle die Apfelscheiben sofort mit Zitronensaft.

    Dadurch bekommen sie zusätzlich Säure und verfärben sich weniger schnell.

  8. Backrohr vorheizen

    Heize das Backrohr auf 180 °C Ober-/Unterhitze vor.

    Belege ein großes Backblech mit Backpapier.

  9. Strudeltuch vorbereiten

    Lege ein großes sauberes Baumwoll- oder Leinentuch auf die Arbeitsfläche. 

    Bestäube es gleichmäßig mit etwas Mehl.

  10. Teig ausrollen

    Lege den Strudelteig auf das bemehlte Tuch.

    Rolle ihn zunächst mit einem Nudelholz möglichst dünn und rechteckig aus.

  11. Strudelteig ausziehen

    Schiebe anschließend beide bemehlten Handrücken vorsichtig unter den Teig.

    Ziehe ihn von der Mitte nach außen immer dünner.

    Arbeite langsam rundherum weiter.

    Der fertige Teig sollte fast durchsichtig sein.
  12. Dicke Ränder entfernen

    Schneide besonders dicke Teigränder vorsichtig mit einem Messer ab.

    Dadurch wird der fertige Strudel gleichmäßiger.

  13. Teig mit Butter bestreichen

    Bestreiche die Oberfläche des ausgezogenen Teiges dünn mit geschmolzener Butter.

    Lass etwa 2–3 cm Rand frei.

  14. Brösel verteilen

    Verteile die gerösteten Butterbrösel auf ungefähr dem unteren Drittel des Teiges.

    Sie bilden später die Unterlage für die Apfelfüllung.

  15. Apfelfüllung fertigstellen

    Vermische die Äpfel jetzt mit Zucker, Vanillezucker, Zimt und den abgetropften Rosinen.

    Erst unmittelbar vor dem Füllen mischen, damit die Äpfel nicht unnötig viel Saft ziehen.
  16. Apfelfüllung verteilen

    Verteile die Apfelmischung länglich auf den Butterbröseln.

    Lass an den Seiten einige Zentimeter Platz.

  17. Seiten einschlagen

    Klappe die beiden seitlichen Teigränder über die Apfelfüllung.

    Dadurch kann später weniger Füllung herausfallen.

  18. Apfelstrudel einrollen

    Hebe das Strudeltuch auf der gefüllten Seite vorsichtig an.

    Rolle den Strudel mithilfe des Strudeltuches gleichmäßig auf.

  19. Auf das Backblech legen

    Lass den Strudel mit der Naht nach unten auf das vorbereitete Backblech gleiten.

    Forme ihn bei Bedarf leicht gebogen, falls er zu lang für das Blech ist.

  20. Mit Butter bestreichen

    Bestreiche den gesamten Apfelstrudel großzügig mit geschmolzener Butter.

  21. Apfelstrudel backen

    Backe den Wiener Apfelstrudel etwa 35–40 Minuten bei 180 °C Ober-/Unterhitze.

    Er ist fertig, wenn die Oberfläche gleichmäßig goldbraun und knusprig ist.

    Auch die Wiener Rezeptempfehlung arbeitet mit etwa 180 °C und 30–40 Minuten Backzeit.

  22. Kurz abkühlen lassen

    Nimm den Apfelstrudel aus dem Backrohr und lass ihn etwa 15 Minuten ruhen.

    Dadurch stabilisiert sich die Füllung und der Strudel lässt sich besser schneiden.

  23. Servieren

    Bestreue den Apfelstrudel großzügig mit Staubzucker und schneide ihn in Stücke.

    Serviere ihn lauwarm pur oder nach Wunsch mit Vanillesauce beziehungsweise Schlagobers.

    Mahlzeit!

Nährwertangaben

450kcal
Calories
6g
Protein
77g
Carbs
15g
Fat
6g
Fiber

Nährwertangaben

Portionen: 8 PortionKalorien:450kcalFett insgesamt:15gGesamte Kohlenhydrate:77gBallaststoffe: 6gEiweiß:6g

Anmerkung

Tipps für perfekten Apfelstrudel

  • Verwende säuerliche, aromatische Äpfel.
  • Lass den Strudelteig mindestens 60 Minuten ruhen.
  • Ziehe den Teig von der Mitte nach außen.
  • Arbeite mit den Handrücken und nicht mit den Fingerspitzen.
  • Kleine Löcher im Teig sind kein Drama.
  • Röste die Semmelbrösel vorher in Butter.
  • Vermische die Äpfel erst kurz vor dem Füllen mit Zucker.
  • Überfülle den Strudel nicht.
  • Rolle ihn mithilfe des Tuches statt mit den Händen.
  • Lege die Naht nach unten.
  • Bestreiche den Strudel vor dem Backen mit Butter.
  • Lass ihn vor dem Anschneiden etwas ruhen.
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RezeptHeft-Tipp

Mische Zucker und Äpfel erst unmittelbar vor dem Füllen.

Zucker zieht nämlich Flüssigkeit aus den Äpfeln.

Würdest du die Füllung bereits eine halbe Stunde vorher vermischen, sammelt sich am Boden der Schüssel relativ viel Apfelsaft.

Dadurch würde auch unser hauchdünner Strudelteig schneller weich werden.


RezeptHeft-FunFact

Wusstest du?

Der Strudel ist zwar heute untrennbar mit Wien verbunden, seine Teigtradition hat jedoch eine lange Reise hinter sich. Wien.info beschreibt Einflüsse beziehungsweise Vorläufer aus dem Osmanischen Reich und dem Balkan, bevor sich Strudel fest in der Wiener Küche etablierte.

Damit haben wir hier sogar ein richtig schönes Stück Küchengeschichte für RezeptHeft.


RezeptHeft-Wissen

Warum lässt sich Strudelteig so dünn ausziehen?

Durch kräftiges Kneten entwickelt sich im Weizenmehl ein elastisches Glutennetzwerk.

Während der anschließenden Ruhezeit entspannt sich dieses Netzwerk wieder.

Dadurch lässt sich der Teig anschließend extrem dünn ausziehen, ohne sofort zu reißen.

Deshalb sind zwei Dinge entscheidend:

kräftig kneten → ausreichend ruhen lassen

Dann wird aus einer unscheinbaren kleinen Teigkugel plötzlich ein riesiger hauchdünner Strudelteig.

Rezeptkarte von WP Delicious

häufig gestellte Fragen

Alle aufklappen:

Welche Äpfel eignen sich für Apfelstrudel?

Besonders gut funktionieren eher säuerliche und feste Apfelsorten.

Zum Beispiel:

  • Boskoop
  • Elstar
  • Kronprinz Rudolf
  • Topaz
  • Braeburn

Dabei darf die Füllung ruhig eine angenehme Säure haben, denn Zucker, Rosinen und Staubzucker bringen ohnehin Süße ins Rezept.

Warum kommen Semmelbrösel in den Apfelstrudel?

Die gerösteten Brösel erfüllen gleich mehrere Aufgaben.

Erstens: nehmen sie einen Teil des austretenden Apfelsaftes auf.

Zweitens: schützen sie den dünnen Strudelteig vor zu viel Feuchtigkeit.

Außerdem: bringen Butterbrösel ein angenehm geröstetes Aroma in die Füllung.

Müssen Rosinen in einen Wiener Apfelstrudel?

raditionell sind Rosinen sehr verbreitet und auch die Wiener Rezeptversion enthält sie.

Aber wir kennen die Menschheit.

Beim Thema Rosinen gibt es zwei Lager.

Deshalb würde ich im Rezept klar schreiben:

60 g Rosinen – nach Geschmack

Wer sie nicht mag, lässt sie einfach weg.

Warum reißt Strudelteig?

Häufige Ursachen sind:

  • zu kurze Knetzeit
  • zu kurze Ruhezeit
  • zu viel Mehl beim Ausziehen
  • kalter, wenig elastischer Teig
  • Ziehen mit den Fingerspitzen
  • zu schnelles Arbeiten

Ein kleines Loch ist allerdings kein Grund, den Teig wegzuwerfen. Sobald der Strudel eingerollt ist, verschwinden kleine Fehler häufig zwischen den Teigschichten.

Kann ich fertigen Strudelteig verwenden?

JA.

Wenn es schnell gehen soll, kannst du gekauften Strudelteig verwenden und direkt mit Butterbröseln und Apfelfüllung beginnen.

Für unser Rezept auf RezeptHeft würde ich jedoch den selbst gemachten gezogenen Teig zeigen.

Warum?

Weil genau darin der große Mehrwert unseres Rezepts liegt.

Was passt zu Apfelstrudel?

Klassisch passen:

Pur schmeckt er allerdings genauso gut.

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