Das Original Grammelschmalz

Selbst gemachtes Grammelschmalz – Rustikaler Genuss mit kräftigem Aroma

Selbst gemachtes Grammelschmalz – klassisch & herzhaft

Ein Selbst gemachtes Grammelschmalz ist ein echter Klassiker der österreichischen Hausmannskost. Auf frischem Bauernbrot, mit etwas Salz und vielleicht ein paar Zwiebelringen serviert, braucht dieser kräftige Brotaufstrich kaum weitere Zutaten.

Dabei entstehen eigentlich zwei traditionelle Produkte gleichzeitig: Grammeln und Schweineschmalz. Dafür wird festes Schweinefett ganz langsam erhitzt, bis das Fett austritt und die verbleibenden Stücke goldbraun und knusprig werden. Genau diese knusprigen Stücke heißen in Österreich Grammeln.

Damit das Fett zu Beginn nicht am Topfboden ansetzt, kommt zunächst etwas Wasser dazu. Während das Schweinefett langsam erhitzt wird, verdampft das Wasser vollständig. Anschließend beginnt das eigentliche Auslassen, bei dem immer mehr klares Schweineschmalz entsteht.

Besonders wichtig ist dabei Geduld. Zu starke Hitze lässt die Grammeln außen schnell dunkel werden, während das Fett noch nicht vollständig ausgelassen ist. Deshalb arbeitest du besser bei niedriger bis mittlerer Temperatur und rührst regelmäßig um.

Sind die Grammeln schön goldbraun, werden sie aus dem flüssigen Schmalz genommen und etwas abgekühlt. Danach kannst du sie grob oder fein hacken und wieder unter einen Teil des Schweineschmalzes mischen. Dadurch entsteht die typische streichfähige Mischung aus kräftigem Schmalz und knusprigen Grammelstückchen.

Frische Zwiebeln oder Knoblauch würde ich allerdings nicht direkt in unser Vorratsglas geben. Stattdessen kommen sie beim Servieren frisch auf das Grammelschmalzbrot. So bleibt das Grundrezept vielseitiger und lässt sich sauberer lagern.

Am besten schmeckt selbst gemachtes Grammelschmalz auf kräftigem Schwarz- oder Bauernbrot. Dazu etwas Pfeffer, grobes Salz und frischer Schnittlauch – und schon hast du eine typisch österreichische Jause.

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Selbst gemachtes Grammelschmalz

Zubereitungszeit 15 Min. Garzeit 60 Min. Ruhezeit 40 Min. Gesamtzeit 1 Stunde 55 Min.
Schwierigkeit: Anfänger Portionen: 3 Kalorien: 220 kcal Beste Saison: Ganzjährig geeignet, Herbst, Winter

Zutaten für ca. 3 Glässer

Cooking Mode Disabled

Für 3 Glässer

Optional zum Servieren

Zubereitung

Zubereitung Für 4 Personen

  1. Schweinefett vorbereiten

    Entferne eventuell vorhandene Schwarte und größere Fleischreste vollständig.

    Schneide das Schweinefett anschließend in möglichst gleichmäßige Würfel von etwa 1–1,5 cm.

    Gleich große Stücke garen gleichmäßiger und werden später gleichzeitig goldbraun.
  2. Fett in den Topf geben

    Gib die Fettwürfel in einen großen, schweren Topf.

    Fülle anschließend 100 ml Wasser dazu.

     

    Das Wasser verhindert vor allem am Anfang, dass das Fett direkt am Topfboden anbrennt.
  3. Langsam erhitzen

    Erhitze den Topf zunächst bei niedriger bis mittlerer Temperatur.

    Rühre dabei regelmäßig mit einem Holzlöffel um.

  4. Wasser verdampfen lassen

    Lass die Mischung langsam köcheln, bis das Wasser vollständig verdampft ist.

    Währenddessen beginnt das Schweinefett bereits auszutreten.

  5. Fett auslassen

    Lass die Fettwürfel anschließend langsam weiterbraten.

    Rühre weiterhin regelmäßig um, damit sich nichts am Boden festsetzt.

    Nach und nach entsteht immer mehr klares Schweineschmalz.

  6. Grammeln goldbraun braten

    Brate die verbleibenden Fettstückchen weiter, bis sie gleichmäßig goldbraun sind.

    Das dauert je nach Größe und Temperatur insgesamt ungefähr 40–50 Minuten.

    Nicht zu dunkel werden lassen, denn stark gebräunte Grammeln können bitter schmecken.
  7. Grammeln herausheben

    Hebe die fertigen Grammeln mit einem Schaumlöffel aus dem heißen Fett.

    Lass sie in einem hitzebeständigen Sieb gründlich abtropfen.

    Je weniger überschüssiges Fett in den Grammeln verbleibt, desto knuspriger werden sie.
  8. Schweineschmalz auffangen

    Gieße das flüssige Schweineschmalz vorsichtig durch ein feines Metallsieb in einen hitzebeständigen Behälter.

    Das Fett ist sehr heiß – deshalb langsam und vorsichtig arbeiten.
  9. Grammeln abkühlen lassen

    Lass die Grammeln etwa 10–15 Minuten abkühlen.

    Hacke sie anschließend je nach gewünschter Konsistenz grob oder fein.

  10. Grammelschmalz mischen

    Gib die gehackten Grammeln zurück in einen Teil des noch flüssigen Schweineschmalzes.

    Rühre alles gründlich durch.

    Das Verhältnis kannst du nach Geschmack anpassen:

    mehr Grammeln → kerniger
    mehr Schmalz → cremiger und streichfähiger

  11. Würzen

    Würze das Grammelschmalz mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer.

    Rühre anschließend nochmals gut um.

  12. In Gläser füllen

    Fülle das noch flüssige Grammelschmalz in saubere, hitzebeständige Gläser.

    Lass es zunächst abkühlen.

    Während des Abkühlens kannst du es ein- bis zweimal umrühren, damit sich die Grammeln möglichst gleichmäßig verteilen.

  13. Kühlen

    Verschließe die vollständig abgekühlten Gläser und bewahre sie im Kühlschrank auf.

    Entnimm das Grammelschmalz immer mit sauberem Besteck.

  14. Servieren

    Streiche das Grammelschmalz auf frisches Bauern- oder Schwarzbrot.

    Garniere es nach Wunsch mit Zwiebelringen, Schnittlauch, Pfeffer oder etwas grobem Salz.

    Mahlzeit!

Nährwertangaben

220kcal
Calories
1.5g
Protein
24g
Fat

Nährwertangaben

Portionen: 3 PortionKalorien:220kcalFett insgesamt:24gBallaststoffe: 0gEiweiß:1.5g

Anmerkung

Tipps für gutes Grammelschmalz

  • Verwende ungeräuchertes und ungepökeltes Schweinefett.
  • Entferne Schwarte und größere Fleischreste.
  • Schneide die Fettwürfel möglichst gleich groß.
  • Arbeite nicht mit zu hoher Hitze.
  • Rühre beim Auslassen regelmäßig um.
  • Die Grammeln sollen goldbraun, nicht dunkelbraun werden.
  • Lass sie nach dem Herausheben gut abtropfen.
  • Hacke sie erst etwas abgekühlt.
  • Rühre während des Festwerdens noch einmal um, damit die Grammeln nicht komplett absinken.
  • Frische Zwiebel und Knoblauch würde ich erst beim Servieren ergänzen.
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RezeptHeft-Tipp

Mach nicht aus dem gesamten ausgelassenen Fett Grammelschmalz.

Heb einen Teil des klaren Schweineschmalzes separat auf und mische nur so viel davon mit den Grammeln, bis dir die Konsistenz gefällt.

Dadurch bekommst du einerseits einen perfekten Brotaufstrich und andererseits zusätzlich reines Schweineschmalz zum Kochen oder Ausbacken.


RezeptHeft-FunFact

Wusstest du?

Was wir in Österreich Grammeln nennen, heißt in Deutschland meist Grieben.

Deshalb wird Grammelschmalz dort häufig als Griebenschmalz bezeichnet – gemeint ist grundsätzlich dieselbe Idee: ausgelassenes Fett mit den knusprigen Reststückchen.


RezeptHeft-Wissen

Warum werden Grammeln knusprig?

Beim langsamen Auslassen verliert das Fettgewebe zunächst Wasser und anschließend einen großen Teil seines Fettes.

Dadurch schrumpfen die Stückchen immer stärker zusammen. Gleichzeitig beginnen sie zu bräunen und entwickeln Röstaromen.

Je besser die fertigen Grammeln anschließend abtropfen beziehungsweise ausgepresst werden, desto weniger flüssiges Fett bleibt in ihnen zurück – und desto knuspriger werden sie.

Rezeptkarte von WP Delicious

häufig gestellte Fragen

Alle aufklappen:

Warum kommt Wasser zum Schweinefett?

Das wirkt zunächst widersprüchlich: Wir wollen Fett auslassen und geben ausgerechnet Wasser dazu.

Allerdings hat das Wasser nur zu Beginn eine Aufgabe.

Es sorgt dafür, dass das Fett beim langsamen Erwärmen nicht sofort am heißen Topfboden festklebt oder verbrennt. Während der Zubereitung verdampft das Wasser vollständig. Danach bleibt nur das ausgelassene Schweineschmalz mit den Grammeln zurück.

Was sind Grammeln eigentlich?

Grammeln sind die knusprigen festen Bestandteile, die beim Auslassen von Schweinefett übrig bleiben.

In Deutschland werden sie meist Grieben genannt.

Für besonders knusprige Grammeln werden sie nach dem Auslassen gut abgetropft beziehungsweise traditionell teilweise sogar ausgepresst.

Welches Fett eignet sich für Grammelschmalz?

Ideal ist roher, ungeräucherter Rückenspeck beziehungsweise festes Schweinefett.

Beim Fleischhauer kannst du beispielsweise nach Fett zum „Grammeln auslassen“ fragen.

Wichtig ist:

ungepökelt
ungeräuchert
ohne Schwarte
möglichst ohne Fleischreste

Grammelschmalz oder Schweineschmalz – was ist der Unterschied?

Schweineschmalz: ist das ausgelassene und anschließend wieder fest gewordene Schweinefett.

Grammelschmalz: enthält zusätzlich die beim Auslassen entstandenen Grammeln.

Dadurch bekommt es:

mehr Struktur
kräftigeren Geschmack
kleine knusprige Stückchen

Was passt zu Grammelschmalz?

Besonders gut passen:

  • Bauernbrot
  • Schwarzbrot
  • frische Zwiebelringe
  • Schnittlauch
  • Radieschen
  • Essiggurkerl
  • Pfeffer
  • grobes Salz

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