Wiener Saftgulasch

Wiener Saftgulasch

Portionen: 4 Gesamtzeit: 3 Stunden 25 Min. Schwierigkeit: Mittelschwer High Protein
Kalorien: 680 kcal Eiweiß: 52g Fette: 43g Ballaststoffe: 4g

Wiener Saftgulasch – klassisch & sämig

Ein Wiener Saftgulasch gehört zu den großen Klassikern der Wiener Küche. Zart geschmortes Rindfleisch liegt dabei in einem kräftigen, dunkelroten und wunderbar sämigen Gulaschsaft. Der entsteht jedoch nicht durch Unmengen an Mehl oder Obers, sondern vor allem durch viele langsam geröstete Zwiebeln und eine lange Schmorzeit.

Besonders wichtig ist deshalb das Verhältnis von Fleisch und Zwiebeln. Für unser Rezept verwenden wir 1 kg Wadschinken und 750 g Zwiebeln. Damit halten wir uns an die klassische Wiener Faustregel, wonach die Zwiebelmenge mindestens ungefähr drei Viertel des Fleischgewichts betragen sollte.

Außerdem braucht ein gutes Saftgulasch Zeit. Die Zwiebeln werden zunächst langsam goldgelb geröstet. Erst anschließend kommen Gewürze, Paprikapulver und Tomatenmark dazu. Dabei darf Paprika keinesfalls verbrennen, denn sonst entwickelt er einen unangenehm bitteren Geschmack. Deshalb wird die Gewürzbasis unmittelbar mit etwas Essig und Wasser abgelöscht.

Das Fleisch wird bei dieser Wiener Zubereitung nicht zwingend kräftig separat angebraten. Stattdessen kommt der Wadschinken direkt in den vorbereiteten Gulaschansatz und schmort darin langsam weich. Genau diese Vorgehensweise findet sich auch im traditionellen Wiener Rezept.

Während der langen Garzeit zerfallen die Zwiebeln zunehmend und verbinden sich mit Paprika, Fleischsaft und Gewürzen. Dadurch entsteht die charakteristische sämige Sauce. Kümmel, Majoran, Knoblauch, etwas Zitronenschale und eine kleine Menge Apfelessig sorgen schließlich für den typischen Wiener Geschmack.

Und noch etwas spricht für Geduld: Wiener Saftgulasch schmeckt häufig am nächsten Tag sogar noch besser, weil sich die Aromen weiter verbinden.

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Wiener Saftgulasch

Zubereitungszeit 25 Min. Garzeit 3 Std Gesamtzeit 3 Stunden 25 Min.
Schwierigkeit: Mittelschwer Portionen: 4 Kalorien: 680 kcal Beste Saison: Oktober, November, Dezember, Jänner, Februar, März

Zutaten für 4 Portionen

Cooking Mode Disabled

Optional

Zubereitung

  1. Fleisch vorbereiten

    Entferne beim Wadschinken grobe Sehnen und überschüssiges Fett.

    Schneide das Fleisch anschließend in ungefähr 4–5 cm große Würfel.

    Die Stücke dürfen ruhig etwas größer sein, da sie lange geschmort werden.

  2. Zwiebeln schneiden

    Schäle 750 g Zwiebeln.

    Halbiere sie und schneide sie anschließend in dünne Streifen.

    Keine Sorge wegen der großen Menge – genau die brauchen wir später für den typischen Gulaschsaft.
  3. Schmalz erhitzen

    Erhitze 60 g Schweineschmalz in einem großen schweren Topf.

    Verwende mittlere Hitze.

  4. Zwiebeln langsam rösten

    Gib die Zwiebeln in den Topf.

    Röste sie bei mittlerer Hitze etwa 20–30 Minuten.

    Rühre regelmäßig um.

    Die Zwiebeln sollen gleichmäßig goldgelb bis goldbraun werden, aber nicht verbrennen.

  5. Gewürze hinzufügen

    Gib Majoran, Kümmel, Wacholder, Zucker, etwas Pfeffer und ungefähr 1 TL Salz zu den Zwiebeln.

    Röste die Gewürze etwa 30 Sekunden mit.

  6. Tomatenmark einrühren

    Gib 2 EL Tomatenmark dazu.

    Röste es etwa 1 Minute mit.

    Dadurch bekommt es etwas mehr Tiefe.

  7. Paprikapulver hinzufügen

    Reduziere die Hitze deutlich.

    Rühre 2½ EL edelsüßes Paprikapulver ein.

    Wirklich nur 10–20 Sekunden mitrühren. Paprikapulver verbrennt schnell und kann dann bitter werden.
  8. Sofort ablöschen

    Gib 1 EL Apfelessig und ungefähr 500 ml heißes Wasser dazu.

    Rühre gründlich durch.

  9. Knoblauch und Zitrone hinzufügen

    Presse oder hacke die beiden Knoblauchzehen fein.

    Gib Knoblauch und etwa ½ TL fein abgeriebene Zitronenschale zum Gulaschansatz.

  10. Fleisch hinzufügen

    Gib die vorbereiteten Fleischwürfel in den Topf.

    Vermische alles gründlich.

    Das Fleisch muss nicht zuvor separat angebraten werden – auch die klassische Wiener Saftgulasch-Zubereitung gibt es direkt in den vorbereiteten Zwiebel-Paprika-Ansatz.

  11. Flüssigkeit ergänzen

    Gieße so viel heißes Wasser dazu, dass das Fleisch knapp bedeckt ist.

    Verwende zunächst lieber etwas weniger Flüssigkeit.

    Saftgulasch soll schmoren und nicht wie eine Suppe schwimmen.
  12. Aufkochen

    Bringe das Gulasch einmal kurz zum Kochen.

    Reduziere anschließend sofort die Temperatur.

  13. Langsam schmoren

    Lass das Wiener Saftgulasch bei niedriger Hitze ungefähr 2½ Stunden sanft schmoren.

    Der Deckel sollte leicht geöffnet bleiben.

    Rühre ungefähr alle 20–30 Minuten um.

  14. Flüssigkeit kontrollieren

    Prüfe während des Schmorens regelmäßig den Saft.

    Falls zu viel Flüssigkeit verdampft, gieße schluckweise heißes Wasser nach.

    Nie große Mengen auf einmal hineingießen, nicht zu viel Wasser zu verwenden, weil sonst kein kräftiger sämiger Gulaschsaft entsteht.
  15. Fleisch prüfen

    Prüfe nach etwa 2½ Stunden ein Fleischstück.

    Der Wadschinken soll weich sein und sich mit der Gabel leicht teilen lassen.

    Falls er noch fest ist, schmorte ihn weitere 20–30 Minuten.

  16. Gulaschsaft vollenden

    Rühre das Gulasch jetzt kräftig durch.

    Dabei zerfallen weitere Zwiebelstücke und binden den Saft zusätzlich.

    Falls dir der Saft trotzdem deutlich zu dünn ist, verrühre optional 1 EL Mehl mit wenig kaltem Wasser und gib die Mischung unter Rühren dazu.

    Lass das Gulasch danach nochmals etwa 5 Minuten kochen.

  17. Abschmecken

    Schmecke das Saftgulasch mit Salz, Pfeffer und bei Bedarf wenigen Tropfen Apfelessig ab.

    Die Säure soll nicht dominant schmecken, sondern lediglich Paprika und Zwiebeln ausbalancieren.

  18. Kurz ruhen lassen

    Nimm den Topf vom Herd und lass das Gulasch etwa 10 Minuten ruhen.

    Dadurch beruhigt sich der Saft etwas.

  19. Servieren

    Richte das Wiener Saftgulasch in tiefen Tellern an und gib reichlich Gulaschsaft dazu.

    Klassisch passen frische Kaisersemmeln oder Salzerdäpfel dazu. Diese Beilagen nennt auch die Wiener Rezeptempfehlung.

    Mahlzeit!

Nährwertangaben

680kcal
Calories
52g
Protein
19g
Carbs
43g
Fat
4g
Fiber

Nährwertangaben

Portionen: 4 PortionKalorien:680kcalFett insgesamt:43gGesamte Kohlenhydrate:19gBallaststoffe: 4gEiweiß:52g

Anmerkung

Tipps für perfektes Wiener Saftgulasch

Viele Zwiebeln verwenden.
Sie bilden die Grundlage für den sämigen Saft.

Zwiebeln langsam rösten.
Zu hohe Hitze macht sie außen dunkel, bevor sie weich und süßlich werden.

Paprikapulver nur sehr kurz rösten.
Danach sofort ablöschen.

Nicht zu viel Wasser verwenden.
Das Fleisch soll schmoren und nicht kochen.

Wadschinken verwenden.
Dieses Stück besitzt genügend Bindegewebe für langes Schmoren und wird dabei wunderbar weich.

Geduld haben.
Nach zwei Stunden kann das Fleisch noch fest sein – nach drei Stunden plötzlich perfekt.

Am nächsten Tag nochmals aufwärmen.
Gulasch gehört zu den Gerichten, die durch eine Nacht Ruhe häufig gewinnen.

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RezeptHeft-Tipp

Koche das Saftgulasch am besten einen Tag vor dem Servieren.

Nach einer Nacht im Kühlschrank schmeckt es oft noch runder und kräftiger.

Beim langsamen Wiedererwärmen kannst du außerdem die Konsistenz des Saftes ganz einfach mit etwas Wasser regulieren.

Das ist nicht nur bequem – auch die Wiener Rezepttradition empfiehlt Gulasch ausdrücklich für den zweiten Tag.


RezeptHeft-FunFact

Wusstest du?

Das Gulasch stammt ursprünglich aus Ungarn, entwickelte sich jedoch nach seiner Ankunft in Wien zu einer ganzen Familie eigener Gerichte.

Dazu gehören unter anderem:

Saftgulasch, Fiakergulasch, Esterházygulasch, Kalbsgulasch und Salongulasch.

Gerade das Saftgulasch zählt heute zu den besonders bekannten Wiener Varianten.


RezeptHeft-Wissen

Warum wird Wadschinken durch langes Schmoren weich?

Wadschinken enthält viel Kollagen und Bindegewebe.

Bei niedriger Temperatur und langer Garzeit wandelt sich ein Teil dieses Kollagens langsam in Gelatine um.

Dadurch verändert sich das Fleisch:

anfangs fest → später weich und saftig.

Deshalb ist bei einem Saftgulasch eine lange, sanfte Schmorzeit wesentlich sinnvoller als sehr hohe Hitze.

Rezeptkarte von WP Delicious

häufig gestellte Fragen

Alle aufklappen:

Welches Fleisch eignet sich für Wiener Saftgulasch?

Für die klassische Variante würde ich ganz klar Wadschinken vom Rind nehmen.

Der Wadschinken stammt aus dem Bereich der Rinderkeule beziehungsweise Wade und enthält relativ viel Bindegewebe.

Beim langen Schmoren wird dieses Bindegewebe weich. Dadurch bleibt das Fleisch saftig und entwickelt die typische Struktur eines guten Gulaschs.

Mageres Kurzbratfleisch wäre dagegen unnötig teuer und eignet sich für mehrere Stunden Schmoren wesentlich schlechter.

Warum braucht Saftgulasch so viele Zwiebeln?

Weil die Zwiebeln einen großen Teil der Sauce bilden.

Während der langen Garzeit werden sie immer weicher und zerfallen teilweise.

Dadurch entsteht die natürliche Bindung des Gulaschsaftes.

Die Wiener Faustregel lautet deshalb sogar:

mindestens ungefähr ¾ so viele Zwiebeln wie Fleisch.

Warum darf Paprikapulver nicht verbrennen?

Paprikapulver enthält Bestandteile, die bei zu hoher Hitze sehr schnell dunkel und bitter werden.

Deshalb:

Hitze reduzieren → Paprika einrühren → kurz vermischen → sofort ablöschen.

Dieser kleine Schritt macht geschmacklich einen erstaunlich großen Unterschied.

Saftgulasch oder Gulaschsuppe?

Wiener Saftgulasch

  • dickere, sämige Sauce
  • größere Fleischstücke
  • sehr hoher Zwiebelanteil
  • lange Schmorzeit
  • Hauptgericht

Gulaschsuppe

  • deutlich mehr Flüssigkeit
  • suppigere Konsistenz
  • häufig kleinere Fleischstücke
  • als Suppe beziehungsweise Eintopf serviert

Kann man Wiener Saftgulasch vorbereiten?

Unbedingt.

Du kannst es problemlos am Vortag kochen.

Lass es anschließend zügig abkühlen und bewahre es abgedeckt im Kühlschrank auf.

Am nächsten Tag langsam erhitzen und bei Bedarf einen kleinen Schuss Wasser hinzufügen.

Gerade bei Gulasch verbinden sich die Aromen während dieser Ruhezeit besonders gut.

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